| 27. Februar 2010 Karate als Selbstverteidigung - Selbstverteidigung ist Bunkai Jutsu |
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| Geschrieben von: robin.derbeck | |||
| Mittwoch, 17. März 2010 um 18:56 Uhr | |||
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Karate als Selbstverteidigung - Selbstverteidigung ist Bunkai Jutsu Am 27. Februar 2010 fand der vierte Bunkai Jutsu Lehrgang in Traben-Trarbach statt. Hauptreferent war Bernd Otterstätter (5.DAN), der Karate nicht als traditionellen japanischen Kampfsport zeigte, sondern die Urform das alte okinawanische Karate-Do, den Weg der chinesischen Hände Es waren über zehn Vereine zu Gast bei uns, die auch Interesse am wahren Karate besitzen und deshalb Selbstverteidigung trainieren. Bernd begann sein Training mit einem taffen Aufwärmprogramm, später waren realistische Block- und Kontertechniken der Leitfaden des Lehrgangs. Die erste Trainingseinheit bestand aus verschiedenen Tegumi Drills und deren möglichen Anwendungen. Diese zwei Personendrills dienen dazu ein Gefühl für situatives Handeln, Rhytmus, Reaktion, Distanzgefühl (kampfbezogen) und Timing zu bekommen. Denn oft ist das Training mit dem Partner ein ganz anderes als die Soloform. Somit kommt es zu einer hohen Wiederholungszahl, und die Techniken werden automatisiert. Doch Bernd machte immer wieder darauf aufmerksam, dass Flow Drills stets die Anwendungsprinzipien und -Konzepte der Form berücksichtigen und widerspiegeln sollten. Die zweite Einheit wurde dann von unserem Dojoleiter Michael Schneider (3.DAN) abgehalten, der Methoden von Hebeltechniken zeigte, die sich auch aus den Kata entwickeln lassen. Besonderes Augenmerk legte Michael hier auf ein Festlegen des Gegners entweder im Stand oder auf dem Boden. Auch Michael machte darauf aufmerksam, dass die Gefahr besteht, dass falsch interpretierte Techniken auf der Straße nicht funktionieren können. Als Beispiel zeigte Michael die Techniken Manji Uke, die heute immer noch fälschlicherweise gegen zwei gleichzeitige Angriffe interpretiert wird. Das Verhältnis zwischen dem Angreifer und dem Kampfkünstler muss immer angemessen sein, denn ein guter Karateka sollte wissen, welche Techniken in welcher Situation angebracht sind. Dies erklärte Michael uns auch aus Sicht eines Polizei Beamten und welche Folgen es geben könnte.
In der anschließenden letzten Einheit zeigte Bernd dann Beispiele für die realistische Anwendung von Kata bzw. die Umsetzung von Bunkai. Bernd benutzte die Technik Age Uke als Beispiel dafür, dass das Sport Karate meistens Techniken nicht richtig interpretiert und somit auch den eigentlichen Sinn der Technik falsch oder garnicht lehrt. Oft wird Age Uke als Block gegen einen Kopfangriff antrainiert, doch dann wird außer Acht gelassen, dass die Ausholbewegung der eigentliche Block ist und Age Uke selbst die Kontertechnik ist, diese kann als Wurf, Hebel oder Wurf durchgeführt werden. Bunkai Jutsu ist viel mehr als das sportlich orientierte Bunkai. Im sportlich orientierten Bunkai werden immer noch Karatetechniken gegen Karatetechniken angewandt und viele Hinweise in der Kata, wie Winkel und Drehungen nicht richtig für eine Selbstverteidigungssituation interpretiert. Im Bunkai Jutsu erfolgt eine korrekt angewandte Anwendung des Karate gegen realistische Angriffe im Ernstfall, unter Berücksichtigung aller Details der Kata. Solche Bunkai Jutsu Lehrgänge sind noch sehr selten und wir sind sehr stolz seit einigen Jahren solche selbst abhalten zu können. Denn für unseren Verein ist Karate nicht nur eine Sportart, sondern eine Kampfkunst die wir, anders als andere Vereine, auch als solche trainieren. Wir versuchen alle Bestandteile des Karate in unserem Training zu berücksichtigen, dazu gehören Kata, Atemi Waza (schlagende, stoßende und tretende Techniken), Torite (Techniken des Kontrollierens wie Shime Waza (Würger und Strangulierungen) und Tuite Waza (Griffe in den Körper, Hebel und Vitalpunktstimulationen)), Tegumi (Ringertechniken wie Ukemi Waza(Falltechniken), Nage Waza (Wurftechniken)und Ne Waza(Techniken am Boden)), sowie Kobudo (Waffentechniken). Unser Verein freut sich immer neue Gesichter auf unseren Lehrgängen zu sehen, denn dass spiegelt das Interesse an dem Ur-Karate wieder, dass unser Verein den Teilnehmern des Lehrgangs vermitteln möchte. Robin Derbeck
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| Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, 18. März 2010 um 14:37 Uhr |


